ALS Ice Bucket Challenge – Ich stelle mich

Gestern Nachmittag war es soweit. Ich wurde für die sagenumwobene ALS Ice Bucket Challenge nominiert. Diese sehr erfolgreiche, aber sich inzwischen inflationär ausbreitende Schneeballsystem-Aktion, hinterlässt inzwischen mehrheitlich einen eher faden Beigeschmack – so auch bei mir.

Wo Licht ist, ist auch Schatten und bei aller Spendenfreudigkeit – lt. WIKIPEDIA waren bis 27.08.2014 rund 94 Millionen US-Dollar gespendet worden – werden Stimmen laut, die die sinnlosen und grausamen Tierversuche bei der Erforschung der ALS verurteilen. Allen voran der Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V..

Ferner gibt es Kritiker, die die enorme Wasserverschwendung anmahnen. Der Tenor: „Die westliche Welt schwelgt im Überfluss und verschwendet Wasser, während in der dritten Welt Menschen verdursten.“ Dass dieser Vergleich mächtig hinkt, erfährt man im Gespräch mit Mitarbeitern von Klärwerken oder anderen Wasserexperten. Der Wassersparwahn der Deutschen ist z. B. inzwischen ein echtes Problem und für das notwendige Durchspülen und die Sauberhaltung der Kanalisation suboptimal. Ein Beitrag auf ZEIT ONLINE sei hier ergänzend genannt: Schluss mit dem Wassersparen!

Der nächste bedenkenswerte Punkt: Die Challenge wird von vielen Nominierten als bloße Selbstdarstellung genutzt. Meine Antwort: Ja, das stimmt. Jeder, der die Challenge annimmt und „skrupellos“ genug ist, sie in Gänze inkl. Eiswasserdusche durchzuziehen, steht im Video im Mittelpunkt und stellt sich somit selbst dar. Da gibt es dann gewisse „Bandbreiten-Schwankungen“ von lustig über kompetent, von normal bis hochnotpeinlich.

Aber meine Güte: Wer nichts anderes zu tun hat, als sich darüber aufzuregen, dass es Menschen gibt, die sich selbst in irgendeiner Weise darstellen, der soll sich das einfach nicht angucken. Wahrscheinlich sind das auch die Menschen, die zum Lachen in den Keller gehen und gleichzeitig sensationsgeifernd Big Brother gucken.

Ich gebe zu, dass ich mir nach der Nominierung gestern einige Videos – darunter auch sehr komische angeschaut habe – und wirklich viel Spaß hatte. Einfach albern und gut drauf war ich gestern. Schlimm? Nö. Warum soll „Gutes tun“ nicht mit Spaß verbunden sein?

Ich entscheide mich nicht global sondern auf den Einzelfall bezogen, etwas zu tun oder nicht zu tun. Zugegeben: Nach der Nominierung hatte ich wirklich sehr gemischte Gefühle. In der letzten Nacht wachte ich auf und war beim Wiedereinschlafen entschlossen, es nicht zu tun und nur zu spenden. Oder das Ganze kabarettistisch in persona meines zweiten Ichs, Elfriede Zittlau, anzugehen und mir z. B. einen fingerhutgroßen Eiseimer über den Kopf zu gießen. Heute Morgen war ich dann wild entschlossen, die Sache durchzuziehen, und es war und ist ok so.

Mein Beweggrund war nicht der, im Mittelpunkt zu stehen und mich zum Affen zu machen, sondern die erhoffte und erwünschte Aufmerksamkeit meiner „Spendenvariante“ in Form einer Spende an das Tierheim Bückeburg, das sich momentan in einer sehr schwierigen finanziellen Situation befindet, öffentlich zu machen. „Der Zweck heiligt die Mittel.“ besagt schon ein altes Sprichwort. Das passt hier wie die Faust aufs Auge. Stille Spenden gehören bereits seit meiner Kindheit – oder genauer: seitdem ich mein erstes Taschengeld bekommen habe – zu meinem Leben. Manchmal bedarf es aber eines Paukenschlages.

Sollte ich – aus welchem Grund auch immer – noch einmal nominiert werden, würde ich wieder neu überlegen. Aber ich gehe davon aus, dass nun für diese Aktion das Thema für mich durch ist.

In diesem Sinne: Machts gut und: Die nächste Challenge kommt bestimmt!

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